Ostergeschichte: Der Osterhase und das vergessene Ei
Es ist Ostermorgen und Hoppel der Osterhase hat alle Eier verteilt – oder doch nicht? Ein einziges, wunderschönes Ei liegt noch in seiner Werkstatt. Jetzt muss er sich beeilen! Eine herzerwärmende Geschichte über Hilfsbereitschaft und die Freude am Teilen.
Tief im Wald, hinter dem großen Holunderbusch und neben dem plätschernden Bach, liegt Hoppels kleine Werkstatt. Die ganze Nacht hat der fleißige Osterhase gearbeitet. Seine samtweichen Pfoten haben jedes einzelne Ei liebevoll bemalt – in den schönsten Farben, die man sich vorstellen kann.
„Fertig!", ruft Hoppel und wischt sich den Farbklecks von der Nase.„Alle 99 Eier sind bemalt und verteilt!"
Zufrieden streckt er sich und gähnt. Die Sonne geht gerade auf und taucht den Wald in goldenes Licht. Es ist Ostermorgen! Gleich werden die Kinder aufwachen und im Garten nach den bunten Eiern suchen.
Doch dann sieht Hoppel es: Ganz hinten auf dem Regal, halb versteckt hinter einem Pinsel, liegt noch ein Ei. Aber nicht irgendein Ei – es ist das allerschönste Ei, das er je bemalt hat! Es schimmert in Himmelblau und Sonnengelb, mit kleinen goldenen Sternen darauf.
„Oh nein!", ruft Hoppel erschrocken. Seine langen Ohren zucken nervös. „Das Ei für Mia! Ich hab es vergessen!"
Hoppel schnappt sich das Ei und hoppelt los – so schnell seine Pfoten ihn tragen. Über die Wiese, vorbei am Froschteich, durch das Gänseblümchenfeld. Aber Mias Haus ist weit weg, am anderen Ende des Dorfes!
„Hoppel, was ist los?", fragt Frieda die Feldmaus, die gerade ihr Frühstück knabbert.
„Ich hab ein Ei vergessen! Und Mia wacht bestimmt gleich auf!", keucht Hoppel.
„Dann gib mir das Ei", sagt Frieda entschlossen. „Ich bringe es bis zum großen Ahornbaum. Dort wartet bestimmt schon Konrad der Kuckuck."
Und tatsächlich: Am Ahornbaum sitzt Konrad und putzt sich die Federn.„Ein Ei für Mia? Na klar, das fliege ich zum Gartenzaun!"
Am Gartenzaun übernimmt Bella die Biene das kostbare Paket. Sie ist zwar klein, aber stark! Vorsichtig trägt sie das Ei zwischen den Tulpen hindurch, über den Sandkasten, bis unter den großen Fliederbusch in Mias Garten.
Genau in diesem Moment öffnet sich die Haustür. Mia kommt heraus – barfuß und mit verschlafenem Lächeln. Sie hat ihr Osterkörbchen in der Hand.
„Mama, guck mal!", ruft Mia plötzlich und zeigt unter den Fliederbusch. „Das ist ja das schönste Ei, das ich je gesehen habe! Mit goldenen Sternen!"
Mias Augen leuchten heller als die Morgensonne. Sie drückt das Ei ganz vorsichtig an ihre Brust und flüstert: „Danke, lieber Osterhase."
Hinter dem Holunderbusch, wo niemand ihn sehen kann, sitzt Hoppel und lächelt. Neben ihm sitzen Frieda, Konrad und Bella. Sie alle lächeln.
„Zusammen", flüstert Hoppel leise, „schaffen wir alles."
— Ende —
💡 Gesprächsideen nach dem Vorlesen
- ✓ Hast du auch schon mal etwas vergessen? Wie hast du dich gefühlt?
- ✓ Wer hat Hoppel geholfen? Wie helfen deine Freunde dir?
- ✓ Was wäre passiert, wenn niemand geholfen hätte?
- ✓ Welche Farbe hätte dein Lieblings-Osterei?
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Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter eignet sich diese Ostergeschichte?
Diese Ostergeschichte ist perfekt für Kinder ab 4 Jahren. Die einfache Sprache und die bildhafte Erzählung machen sie auch beim gemeinsamen Vorlesen für jüngere Kinder zugänglich. Kinder bis 8 Jahre können sie bereits selbst lesen.
Wie lange dauert es, diese Ostergeschichte vorzulesen?
Die Vorlesezeit beträgt etwa 6 Minuten in normalem Tempo. Ideal für das Vorlesen vor der Eiersuche oder als gemütliche Oster-Vorlesezeit.
Welche Werte vermittelt die Geschichte?
Die Geschichte vermittelt Hilfsbereitschaft, Freundschaft und die Freude am Teilen. Hoppel lernt, dass es nicht schlimm ist, Fehler zu machen – solange man gute Freunde hat, die einem helfen.
